Vancouver hat auch kulturell einiges zu bieten. Man findet hier viele verschiedene Museen, in denen man mehr über die Geschichte des Landes erfahren kann. Außerdem ist Vancouver ein wichtiger Standort für die Musik. Viele aktuelle Künstler wie Nickelback und Bryan Adams hatten hier ihre ersten Konzerte. Es gibt also kulturell viel zu erleben, zu entdecken und zu erfahren in und um Vancouver.
Die Vancouver Art Gallery zählt zu den größten Kunstmuseen in Kanada. Rund 8.000 Ausstellungsstücke, darunter Werke von Emily Karr und Marc Chagall werden in der Vancouver Art Gallery gezeigt. Seit 1983 ist das Museum in einem ehemaligen Gerichtsgebäude beheimatet.
Vancouver wird auch als kanadisches Tor zum Pazifik bezeichnet. Daher besitzt die Stadt auch eine ereignisreiche Seefahrtsgeschichte, die Sie im Vancouver Maritime Museum nachvollziehen können. In Kanada war die Stadt schon früher wichtiger Standort für den Schiffsbau und den Handel mit Asien. Das wohl berühmteste Ausstellungsstück ist die St. Roch. Die St. Roch war das erste Schiff, das zwischen 1940-1942 die Passage vom Pazifik zum Atlantik durchquerte.
Wenn Sie an der Entwicklungsgeschichte Vancouvers sehr interessiert sind, besuchen Sie das Museum of Anthropology. Hier erfährt man viel über die Geschichte der kanadischen Ureinwohner. Mit rund 35.000 Gegenständen, die die Sammlung umfasst, kann man eine Vielzahl von Originalen aus damaliger Zeit bewundern. Das Museum besteht seit 1947.
Für jene, die der klassischen Musik verfallen sind, aber auch für Rock- und Popliebhaber ist der Besuch des Orpheum Theatre zu empfehlen. Das Theater ist Heimat des Vancouver Symphonie Orchesters, aber auch Rock- und Popkonzerte finden hier an manchen Tagen statt.1927 eröffnete das Haus.
Die Science World, genannt TELUS World of Science, steht ganz im Zeichen der Wissenschaft. Dort finden immer wechselnde interaktive Ausstellungen statt. Sie können beispielsweise in der "Body Works Gallery" testen, wie fit Ihr Körper und Ihr Geist sind. Hier gibt es immer viel zu erleben, sodass ein Aufenthalt in der Science World nie langweilig wird.
Ein weiteres wissenschaftliches Museum ist das H.R. MacMillan Space Centre. Das Museum zeigt die Auswirkungen des Aufenthalts im Weltall. Es gibt viel zu entdecken für alle, die von den weiten des Universums fasziniert sind. Sie können zum Beispiel eine simulierte Reise zum Mars miterleben oder einen echten Mondstein anfassen. Auch erfährt man hier einiges über die Geschichte der NASA und den kanadischen Beitrag zur Weltraumforschung. Das Museum liegt im Vanier Park.
Das Vancouver Museum befindet sich im selben Gebäude wie das Space Centre. Hier lernen Sie alles über die Geschichte der Stadt. Sie erfahren mehr über die Ureinwohner, die ersten Gründer der Stadt und die europäischen Siedler.
Schon tausende Jahre bevor die ersten Siedler aus Europa kamen, lebten nordamerikanische Ureinwohner, die so genannten Salish, im Gebiet des heutigen Vancouvers.
1791 segelte der Spanier José María Narváez als erster Europäer an die Küste des heutigen Vancouvers. Narváez ging jedoch nicht an Land. Ein Jahr später, 1792, kam der Namensgeber der Stadt, der britische Kapitän George Vancouver ins Land. Der Pelzhandel und der Goldrausch ließen die Einwohnerzahlen der Stadt und der Umgebung im 19. Jahrhundert rapide ansteigen. Auf Grund des Goldrausches kamen rund 25.000 Amerikaner ins Land. Ab 1863, mit der Eröffnung des ersten Sägewerks, boomte die Holzindustrie der Stadt. Das Holz aus Vancouver wurde unter anderem für den Schiffsbau und den Himmlischen Palast des Kaisers von China verwendet.
Am 6. April 1886 wird die Stadt Vancouver offiziell gegründet. Noch im selben Jahr zerstört ein verheerender Brand weite Teile der Stadt. Die Bewohner der Stadt begannen direkt mit dem Wiederaufbau und die Stadt erholte sich ziemlich schnell von den Folgen des Brandes. 1887 kam ein bedeutender Faktor dazu, der die Stadt als wichtigen Wirtschaftsstandort etablierte und die Bevölkerungszahl weiter steigen ließ. In dem Jahr fuhr der erste Zug die stadteigene Waterfront Station an. Innerhalb weniger Jahre wuchs die Einwohnerzahl von 5.000 Einwohner im Jahr 1887 auf rund 100.000 Einwohner im Jahr 1900. Im Jahr 1929 vergrößerte sich die Stadt erheblich. Die Gebiete Point Grey und South Vancouver wurden offizielle Stadtteile von Vancouver. Mit rund 230.000 Einwohnern war Vancouver die drittgrößte Stadt Kanadas.
Nach der Weltwirtschaftskrise, von der auch Vancouver betroffen war, folgte der Aufschwung. Die Stadt produzierte während des 2. Weltkriegs Ausrüstungen wie Minensuchboote und Korvetten für die kanadischen Streitkräfte. Dies führte zu einem wirtschaftlichen Aufschwung. Kurz nach dem Angriff auf Pearl Harbor wurden japanischstämmige Kanadier von der Regierung als Bedrohung angesehen. Die Japaner wurden in verschiedenen Lagern im Landesinneren interniert. Erst im Jahr 1988 gab es eine offizielle Entschuldigung und Entschädigungszahlungen von der Regierung. Ab den 50er Jahren erlangte die Stadt mehr Reichtum und Ansehen. Die Infrastruktur wurde ausgebaut, neue Straßen, Brücken und Bildungseinrichtungen entstanden. 1971 wurde in Vancouver die Umweltorganisation Greenpeace gegründet.
Durch die Expo, die 1986 in Vancouver stattfand, wurde die Verkehrsinfrastruktur weiter ausgebaut. Zu der Zeit entstand beispielsweise der SkyTrain. Das damalige Ausstellungsgelände der Expo wird heute als Wohnviertel genutzt. Seit 2002 steht fest, dass im Jahr 2010 die Olympischen Winterspiele in Vancouver und Whistler stattfinden werden. Heute ist Vancouver eine der wichtigsten Städte Kanadas. Die Stadt selbst umfasst rund 600.000 Einwohner, im Großraum leben ungefähr 2,2 Millionen Menschen.